„The Crucifixion“ von Sir John Stainer
Sir John Stainer (1840–1901) war ein bedeutender britischer Komponist, Organist und Musikpädagoge der viktorianischen Zeit. Bereits als Kind zeigte er außergewöhnliches musikalisches Talent und wurde im Alter von nur zehn Jahren Chorknabe an der St Paul’s Cathedral in London. Später studierte er an der University of Oxford und wurde dort Professor für Musik.
Stainer war ein führender Vertreter der anglikanischen Kirchenmusik im 19. Jahrhundert. Als Organist wirkte er unter anderem an der Magdalen College Chapel in Oxford und ab 1872 an der St Paul’s Cathedral in London, wo er die Kirchenmusik reformierte und auf ein neues Niveau hob. 1888 wurde er für seine Verdienste um die britische Musik zum Ritter geschlagen.
Sein kompositorisches Schaffen umfasst zahlreiche kirchenmusikalische Werke, darunter Hymnen, Motetten, Anthems und Oratorien. Viele seiner Werke sind heute eher historisch interessant, doch „The Crucifixion“ (Die Kreuzigung) aus dem Jahr 1887 ist bis heute sein bekanntestes und am häufigsten aufgeführtes Werk.
Stainer zog sich 1888 aus gesundheitlichen Gründen vom aktiven Dienst zurück, blieb jedoch einflussreich als Gutachter, Herausgeber alter Musik und Autor musikwissenschaftlicher Schriften. Er starb 1901 während einer Reise nach Italien.
The Crucifixion
„The Crucifixion“ ist ein Passions-Oratorium für Tenor- und Bass-Solisten, gemischten Chor und Orgel. Es wurde für den liturgischen Gebrauch in Kirchen konzipiert und steht in der Tradition der anglikanischen Passionen. Das Werk enthält neben Chorsätzen auch Gemeindelieder (Hymns), die zum Mitsingen gedacht sind. Der Text stammt von dem anglikanischen Geistlichen Rev. W. J. Sparrow-Simpson.
Musikalisch ist „The Crucifixion“ melodisch und zugänglich, mit einem starken emotionalen Ausdruck und klarer Struktur. Besonders bekannt sind die Chorstücke „God so loved the world“ und „All for Jesus“ („For the Love of Jesus“) die sehr oft auch außerhalb des Oratoriums aufgeführt werden. Obwohl das Werk unter Musikwissenschaftlern teils als sentimental oder stilistisch konservativ betrachtet wird, erfreut es sich in England großer Beliebtheit, besonders in der Karwoche.
Das Werk, auch als Passionskantate bezeichnet, besteht folgenden Teilen:
- And they came to a place named Gethsemane (Tenor Solo)
- The Agony (Bass Solo & Chorus)
- And they laid their hands on him (Tenor & Bass Solo)
- Procession to Cavalry (Organ Introduction)
- Procession to Calvary (Fling wide the Gates) (Chorus & Tenor Solo)
- Mystery of the Divine Humiliation (Cross of Jesus-Hymn)
- He made himself of no reputation
- The Majesty of the Divine Humiliation
- And as Moses lifted up the serpent
- God so loved the World
- The Litany of the Passion
- Father, forgive them
- So thou liftest up thy divine petition
- The Mystery of the Intercession
- And one of the malefactors
- The Adoration of the Crucified
- When Jesus therefore saw his mother
- Is it nothing to you
- The Appeal of the Crucified
- After this, Jesus knowing that all things were now accomplished
- All for Jesus („For The Love Of Jesus„, Hymn)
Das gesamte Werk gibt es auf Youtube mit den Noten zum Mitlesen:
The Crucifixion – John Stainer
Die Noten in digitaler Form und auch den gesamten Text gibt es zum kostenlosen Herunterladen auf der Webseite cantatedomino.org
https://www.cantatedomino.org/../The-Crucifixion-Stainer.pdf
Auch dürfen die Noten frei verwendet werden, auf den Noten befindet sich der Hinweis:
Music is in the Public Domain
This digital engraving copyright © Cantate Domino
The Edition may be freely copied and used
Auch wenn Sie nicht an den Noten dieser Passionskantate interessiert sind, lohnt sich der Besuch der Webseite CantateDomino.org – es gibt vieles zu entdecken.



